Pädagogik

Lehren und Lernen mit Kopf, Herz und Hand

 

Die Säulen unserer Pädagogik sind: 

  1. Orientierung an den Entwicklungsstufen der Kinder und Jugendlichen mit allen individuellen Abweichungen vom Allgemeinen. Der Entwicklungsstand der Klasse bestimmt den Lerninhalt, anstelle eines abstrakten Lehrplans. Die Themen eines Schuljahres sind an die Entwicklung der Kinder angepasst und in einen allgemeingültigen Waldorflehrplan eingebettet.
  2. Lernen mit allen Sinnen, nicht nur über das kognitive Verständnis. Bewegung, Naturerleben, künstlerisches Tun, Handwerk und Musik fördern die sinnlich-aktive Erkundung der Welt. Eine zu frühe Intellektualisierung soll vermieden werden. Dabei legen wir viel Wert auf das handwerklich-künstlerische Tun bis in die Oberstufe hinein. Somit schaffen wir einen Ausgleich und fördern den verantwortungsvollen Umgang mit Medien. Diese werden bei uns im Rahmen eines Medienkonzeptes altersentsprechend und möglichst wenig eingesetzt. 

Im Unterricht und im Schulalltag stehen die Kinder mit ihrer ganzen Persönlichkeit im Mittelpunkt. Besonderer Wert wird auf die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten sowie auf die Bewegung gelegt. Hieraus schöpfen Lernende die Grundlage für den Wissenserwerb sowie die emotionale und soziale Bildung.  

Die Schule als Ganzes soll den Schüler:innen einen geschützten und überschaubaren Entwicklungsraum bieten, in dem sie Menschen finden, die sie für ihren individuellen Weg brauchen. Die Schüler:innen starten bei uns in der 1. Klasse und verlassen die Schule nach der 12. Klasse. Dann haben sie entweder die Prüfung zum Mittleren Schulabschluss abgelegt oder die Zulassung für das Abitur bekommen und wechseln an die Freie Waldorfschule Oldenburg, um dort die 13. Klasse zu absolvieren und die allgemeine Abiturprüfung abzulegen.

 

Das Lindenstraßen-ABC

Waldorfisch : Deutsch

Auch wenn man mit unserer Sprache bestens vertraut ist, gibt es an einer Waldorfschule immer wieder Begriffe und Begebenheiten, die einem als „Nicht-Waldörfler“ ganz seltsam vorkommen. An unseren Schulen gibt es immer wieder Ausdrücke, die im normalen Sprachgebrauch nicht vorkommen oder eine andere Bedeutung haben. Das stellt Eltern in der Schulgemeinschaft häufig vor Verständnisprobleme. Die sehr verkürzten Definitionen dieses Wörterbuchs können etliche komplexe Gedanken und Theorien, die in der Menschenkunde Rudolf Steiners eine differenzierte Betrachtung benötigen, nur anreißen. Eine vertiefende weitere Lektüre lohnt sich!

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei unserem Lindenstraßen-Waldorf-Wörterbuch und bedanken uns bei der Zeitschrift „Erziehungskunst“, dass wir uns an ihr Waldorf-ABC anlehnen durften: 

A

Adventsgärtlein

Dieses Ritual stammt aus dem Waldorfkindergarten und wird bei uns in der 1. Klasse weitergeführt. In einem stark abgedunkelten Raum ist eine Spirale aus Tannengrün am Boden ausgelegt, in der Mitte steht eine höher gestellte Kerze. Einzeln bekommt jedes Kind einen Apfel, in dem eine kleine Kerze steckt. Das Kind geht in der Spirale entlang bis zum Kerzenlicht im Zentrum. Es entzündet dort vorsichtig seine Kerze, welche es dann, auf dem Rückweg aus der Spirale heraus, auf den nächsten freien Platz stellt. Symbolisiert wird mit diesem Ritual der adventliche Weg durch die Dunkelheit zum Licht. Für die Kinder stellt es teilweise eine große Herausforderung dar, sich in der Spirale zu orientieren. Während des Rituals werden von den Eltern Weihnachtslieder gesungen und es entsteht eine sehr feierliche Stimmung. 

 

Anthroposophie

(wörtlich aus dem Griechischen: Weisheit vom Menschen) ist in den Worten ihres Begründers Rudolf Steiner …eine wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Natur-Erkenntnis ebenso wie diejenigen der gewöhnlichen Mystik durchschaut, und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, in der erkennenden Seele erst die im gewöhnlichen Bewusstsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt, welche ein solches Eindringen ermöglichen. An den Waldorfschulen wird Anthroposophie nicht gelehrt, es wird jedoch gewünscht, dass die Lehrkräfte ein Interesse an der Anthroposophie mitbringen, wenn sie an Waldorfschulen kommen.

 

Aquarellieren

Regelmäßig malen die Kinder der Unter- und Mittelstufe mit Aquarellfarben. Meistens in der Nass-in-Nass-Technik, wobei das Aquarellpapier mit einem nassen Schwamm auf ein Malbrett aufgezogen wird. Auf das feuchte Papier werden die flüssigen Farben mit einem Pinsel aufgetragen. Das getrocknete Bild lässt sich einfach vom Malbrett abziehen. Durch das Aquarellmalen und die Mischtechnik lernen die Schüler:innen die Primär- und Sekundärfarben kennen. Um sich auf die Qualitäten der Farben konzentrieren zu können, und um die Fantasie der Kinder anzuregen, kann die Lehrkraft auch Farbgeschichten als Thema für nicht-gegenständliche Kunstwerke erzählen.

 

Astralleib

Der Astralleib (aus dem Griechischen, wörtlich „Sternenleib“), ist der Träger von allen Empfindungen wie Schmerz, von Leidenschaft und Begierde. Rudolf Steiner nennt ihn auch den Seelenleib. Auch Tiere haben einen Astralleib.

 

Ätherleib

Der Äther- oder Lebensleib bezeichnet in der Menschenkunde Rudolf Steiners das Lebendige des Menschen. Alle Lebewesen, auch Tiere und Pflanzen, haben einen Ätherleib. Er belebt den physischen Leib und hält alle Lebensfunktionen aufrecht.

 

Aufnahmegremium

Das Aufnahmegremium kümmert sich um alle Aufnahmeanträge von Neu- und Quereinsteigern. Es ist das Verbindungsglied zwischen Klassenlehrkräften und interessierten Eltern. Das Aufnahmegremium organisiert den „Schnuppertag Schule“, an dem alle interessierten zukünftigen Erstklässler teilnehmen und stellt die neue 1. Klasse anschließend zusammen.   

B

Backkreis

Der Backkreis ist ein Zusammenschluss von Eltern, die in regelmäßigen Abständen an Festen und Feiern Brot für die Schulgemeinschaft backen. Sie kümmern sich um das Anfeuern des Ofens in den frühesten Morgenstunden, bereiten tagelang die Brotteige vor und backen am Veranstaltungstag live in unserem Backsteinofen auf dem Schulgelände die leckersten und duftenden Teigwaren. 

  

Basar

An vielen Waldorfschulen findet regelmäßig ein großer Markt statt, an dem häufig die gesamte Schulgemeinschaft beteiligt ist. Bei uns gibt es den Novemberbasar, an dem viele Aussteller, aber auch Handwerker in der Schule zu Gast sind. Die Kinder können verschiedene Fertigkeiten ausprobieren, (Weihnachts-)geschenke können gekauft werden und natürlich gibt es allerlei Kulinarisches zu entdecken. 

Der Novemberbasar wird in Elternregie vorbereitet und durchgeführt. Die Einnahmen des Tages gehen zugunsten der Schule, die in jedem Jahr einen bestimmten Bereich als Spendenziel benennt. 

 

Baugestaltungsgremium

Das Baugestaltungsgremium besteht aus Eltern, Lehrkräften und einem Vorstandsmitglied und bespricht in regelmäßigem Turnus aktuelle und zukünftige Bauvorhaben. Das können kleine Verschönerungen, existentielle Umbau- und Renovierungsarbeiten, aber auch zukunftsträchtige Bauprojekte sein.

 

Bewegtes Klassenzimmer

Das Konzept des Bewegten Klassenzimmers findet sich in den unteren Klassenstufen an vielen Waldorfschulen. Es soll dem Bewegungsdrang der Kinder entsprechen und so für die kindliche Gesundheit sorgen. Anstatt mit Tischen und Stühlen ist das Klassenzimmer mit beweglichem Mobiliar, Kissen und Teppichen ausgestattet. In dieser Umgebung soll sich die Eigenaktivität, Lernmotivation, die emotionale und kognitive Intelligenz sowie Sozialkompetenzen besser entfalten als mit klassischen Schulmöbeln.

 

Bienenwachs

Die zunächst feste Beschaffenheit des Bienenwachses verändert sich durch die Wärme der Hände. In seiner geschmeidigen Konsistenz lässt es sich sehr gut formen. Das Knetbienenwachs ist aufgrund des hohen Bienenwachsanteils durchscheinend und leuchtend. Ab der 5. Klasse wird im Gartenbau hochwertiges Bienenwachs zum Kerzenziehen eingesetzt. Das Kerzenziehen ist für die Schüler:innen ein wichtiger Bestandteil des Gartenbaujahres und wird von vielen das ganze Jahr über heiß ersehnt. 

  

Biologisch-Dynamisch

Der biologisch-dynamische Landbau (Demeter) geht auf Rudolf Steiner zurück. Aufgrund des lebendigen Kreislaufs gilt die Demeterlandwirtschaft als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. Demeter ist inzwischen auch eine internationale Bio-Marke. In 38 Ländern der Erde wird nach den Demeterrichtlinien gewirtschaftet. Auch die Gärten der Waldorfschulen, in denen der Gartenbauunterricht stattfindet, werden nach den Grundsätzen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft betrieben.

 

Blumenbogen

Bei der Einschulungsfeier durchschreiten die Kinder einen geschmückten Bogen, symbolisch von den Eltern weg, auf die Klassenlehrer:in zu. Ein großer Schritt in das Schulleben hinein.

  

Bund der Freien Waldorfschulen

Die deutschen Waldorfschulen haben sich während der Bedrohung durch den Nationalsozialismus 1933 und dann erneut 1949 zum Bund der Freien Waldorfschulen e. V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Heute gehören ihm rund 250 Waldorfschulen sowie sämtliche Ausbildungsstätten für Waldorfpädagogik in Deutschland an. Oberstes Ziel ist es, die Erziehung zur Freiheit in der Welt aktiv zu repräsentieren, zu verteidigen und die freien Partnereinrichtungen, die sich ihm anschließen, zu befähigen, dieses Ziel praktisch zu verwirklichen. Es handelt sich um eine föderative Vereinigung, die die Autonomie der einzelnen Waldorfschule nicht antastet, wohl aber gemeinsame Aufgaben und Interessen (unter anderem Lehrer:innen-Gewinnung, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung) wahrnimmt.

 

Bundeselternkonferenz (BuElKo)

Die BuElKo repräsentiert die Eltern der Waldorfschulgemeinschaft. Je zwei Eltern der jeweiligen Landeselternräte werden zur Bundeskonferenz, die auch den Vorstand des Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) berät, entsendet. Sie sind aktiv in diversen Organen des BdFWS tätig, beispielsweise im Beirat der Erziehungskunst.

 

Bundeselternratstagung (BERT)

Einmal im Jahr treffen sich Eltern aller Waldorfschulen, die zur BERT eingeladen sind. Aktuell ist dieses Gremium dabei, sich neu zu benennen, um allen gerecht zu werden: Schüler:innen, Eltern, Erzieher:innen und Lehrer:innen auf Bundesebene, sodass sich die neue Bezeichnung ergibt: B’SEELT.

C

Choleriker:in

Eines der vier Temperamente. Die Waldorfpädagogik regt an, dass die Temperamente als ein Gesichtspunkt der Kinderwahrnehmung insgesamt berücksichtigt werden. Allgemein werden dem cholerischen Temperament folgende Eigenschaften zugeschrieben: willensstark und voller Energie, mutig und unerschrocken. Choleriker:innen gelten als resolute, dynamische Persönlichkeiten, die Initiative ergreifen und auffallendes Durchhaltevermögen, Begeisterungsfähigkeit und Pünktlichkeit haben.

D

Dreigliederung des Menschen

Auf mehreren Ebenen findet sich in der Waldorfpädagogik die Dreiheit des Menschen: Der Mensch besteht aus Leib, Seele und Geist. Im menschlichen Körper gibt es den Nerven-Sinnesbereich (Kopf), den rhythmischen Bereich (Rumpf) und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System (Verdauung, Arme, Beine). Verbunden damit sind die Lebensäußerungen Denken (Kopf), Fühlen (rhythmisches System) und Wollen (Gliedmaßen). Diese Zusammenhänge sind in der Betrachtung von Kindern und Jugendlichen besonders interessant.

Rudolf Steiners Spruch zur Dreigliederung des Menschen:

 Ecce homo:
In dem Herzen webet Fühlen,
In dem Haupte leuchtet Denken,
In den Gliedern kraftet Wollen.
Webendes Leuchten,
Kraftendes Weben,
Leuchtendes Kraften:
Das ist – der Mensch.

 

E

Epochenheft

Im Laufe des Epochenunterrichts schreiben die Schüler:innen unter Anleitung der Lehrkraft das jeweilige Schulbuch selber, welches als Epochenheft bezeichnet wird. So wiederholen die Schüler:innen den Stoff und können ihre Notizen aus dem Unterricht überarbeiten. Häufig sind die Hefte wunderschön verziert und kunstvoll illustriert.

 

Epochenunterricht

Während der ersten beiden Stunden des Schulvormittags arbeiten die Schüler:innen über mehrere Wochen intensiv an jeweils einem Fachgebiet. Dabei entsteht oft das Epochenheft. So haben sie zum Beispiel drei Wochen lang jeden Morgen zwei Stunden Mathematik, Geografie, Deutsch, Geschichte oder ein anderes Fach. Nach einigen Wochen wechselt der Inhalt der Epoche zu einem anderen Thema. Die intensive Auseinandersetzung gibt den Schüler:innen die Möglichkeit, sich tiefgreifend mit diesem zu verbinden. Grundlagen wie Rechnen oder Schreiben festigen sich über den Epochenunterricht hinaus in fortlaufenden so genannten Übstunden und in den Fachunterrichten.

  

European Council for Steiner Waldorf Education

Der European Council for Steiner Waldorf Education (ECSWE) ist der Zusammenschluss der europäischen Waldorfeinrichtungen (Kindergärten, Schulen und Ausbildungsstätten). 

 

Eurythmie

Die Eurythmie ist eine der Bewegungskünste, die an der Waldorfschule unterrichtet wird. Anfang des 20. Jahrhunderts hat Rudolf Steiner die Eurythmie gemeinsam mit Marie von Sivers entwickelt. Diese versteht sich als Kunst, die in Sprache und Musik wirksame Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen durch menschliche Bewegung, durch Gesten, Farben und Raumformen, sichtbar macht. Steiner unterschied den Sportunterricht von der Eurythmie so: Sport geschehe aus einer „Forderung der Welt an den Menschen“. Der Mensch nutzt den ihn umgebenden Raum und stellt sich in seine Gesetzmäßigkeiten hinein. Hingegen, in der Eurythmie offenbare sich der Mensch aus seinem Inneren heraus, wie beim Sprechen. Deshalb wird Eurythmie auch sichtbare Sprache genannt. Eurythmie lebt von der Energie der Gemeinschaft und der Spannung zum Individuum in der Gruppe, die sich durch Abstand, Nähe und Formen auszeichnet. Die Schüler:innen lernen aufeinander eingestimmt zu sein sowie Gefühle und Zustände der Seele zu erspüren und auszudrücken.

F

Farbenlehre

Zu Beginn seiner Berufstätigkeit war Rudolf Steiner intensiv mit den naturwissenschaftlichen Schriften von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt und lernte so unter anderem dessen Farbenlehre kennen und schätzen. In Goethes Verständnis der Farbigkeit ist die Harmonie von Farbe im Kampf zwischen Hell und Dunkel zu suchen. Beispielsweise habe demnach Gelb eine leichtlebige Wirkung, Blau eine dämpfende und Purpur sei die höchste Steigerung, in der sich die Gegensätze die Waage hielten. Die Erkenntnisse zur Farbwahrnehmung gelten als Beginn der modernen Farbpsychologie und finden im Schulalltag der Waldorfschulen Anwendung.

 

Farbgestaltung

Beim ersten Besuch einer Waldorfschule fällt häufig die Gestaltung der Gebäude insgesamt und der Räume an sich auf: das Holz, die Beleuchtung oder die unterschiedliche Farbgebung an den Wänden der einzelnen Klassenzimmer. Diese wird in der Waldorfpädagogik bewusst und nach der Farbenlehre Rudolf Steiners den Bedürfnissen und der Entwicklung der Schüler:innen entsprechend vorgenommen, beispielsweise sind häufig die Klassenräume für die jüngeren Kinder in warmen Farben gehalten und die für die Älteren in kalten Farben. In Pädagogik und Architektur wird der Wert des Raumes als dritter Pädagoge inzwischen auch außerhalb der Waldorfkreise anerkannt.

Bei uns gibt es für die Umsetzung der Farbgestaltung den so genannten Farbgestaltungskreis mit Lehrkräften und Eltern, die sowohl ein Konzept zur Farbgestaltung erstellen, als auch das Lasieren der Räume anleiten bzw. ausführen. 

 

Feldmesspraktikum

Das Feldmesspraktikum ist ein fester Bestandteil des Waldorf-Curriculums für die 10. Klasse. Die in der Mathematik erlernten Rechenwege der Trigonometrie werden in der Praxis angewendet. Die Jugendlichen vermessen ein Areal in der Landschaft und fertigen nach den erarbeiteten Daten eine Karte an. Dabei werden Messlatten, Theodoliten sowie weiteres analoges Messwerkzeug verwendet. Kleine Gruppen von drei bis fünf Schüler:innen erarbeiten die verschiedenen Messaufträge.
Das Feldmesspraktikum hat die Funktion, den Schüler:innen einen Bezug zur Erde und zu den praktischen Aufgaben des Lebens zu vermitteln. Der junge Mensch soll ins Praktische des Lebens eintreten, mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, „Erdenreife“ erlangen – aber mit Bewusstsein. Das Feldmesspraktikum gilt als ein großartiges Betätigungsfeld, um sich messend und zeichnend mit der Erde – oder zumindest einem kleinen Teil davon – auseinanderzusetzen.

 

Förderunterricht

Schüler:innen, die zusätzliche Förderung im Bereich des kognitiven Lernens, aber auch im sozialen Miteinander, im Motorischen oder Psychischen benötigen, werden ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend unterstützt. Je nach Schule und Klasse besuchen die Schüler:innen einzeln oder aber in einer Gruppe das zusätzliche Unterrichtsangebot, das abhängig von der Anzahl der Förderlehrkräfte und deren Stundenumfang auf die einzelnen Klassen verteilt wird. Leider fördert das Land nur Kinder mit ausgewiesenem Förderbedarf ab der 5. Klasse, so dass wir als Schule bemüht sind, auch andere Kinder, die einen Förderbedarf erkennen lassen, aber keine Diagnostik durchlaufen haben, entsprechend in Kleingruppen zu fördern. 

 

Formenzeichnen

Schon vor dem Schreibenlernen wird an den Waldorfschulen das Formenzeichnen erlernt. Dabei konzentrieren sich die Kinder beim Zeichnen auf ihre Linienführung. Sie beginnen mit Geraden und zeichnen nach einiger Zeit auch Kurven, die so genannten Krummen. Das Formenzeichnen ist regelmäßiger Bestandteil des Hauptunterrichts bis in die Mittelstufe hinein, wobei die Formen immer komplexer und diffiziler werden. Zuletzt werden mehrteilige geometrische Formen freihand gezeichnet.

 

Freie Waldorfschule

Die Freien Waldorfschulen in freier Trägerschaft stehen laut Grundgesetz wie das gesamte Schulwesen in öffentlicher Verantwortung, unter dem Schutz der Verfassung. Sie entstehen immer aus freier Initiative und einem engagierten Verantwortungsbewusstsein. Waldorfschulen arbeiten auf der Basis der verfassungsrechtlich gewährleisteten Grundrechte der Erziehungsfreiheit, der Privatschulfreiheit und des Elternrechts. Weltweit existieren derzeit ca. xxx freie Waldorfschulen.

 

Freie Waldorfschule Uhlandshöhe

Die erste Waldorfschule überhaupt. Sie wurde 1919 auf Initiative von Emil Molt, dem Direktor der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik, für die Kinder seiner Mitarbeitenden gegründet. Rudolf Steiner begleitete den Prozess der Schulgründung.

 

Freunde der Erziehungskunst

Die Organisation setzt sich seit 1976 global für die Waldorfpädagogik ein. Bisher wurden mehr als 830 waldorfpädagogische Einrichtungen weltweit begleitet, 1.800 junge Menschen leisten pro Jahr einen Freiwilligendienst im In- und Ausland, der durch die Freunde der Erziehungskunst vermittelt wird. Am alljährlich veranstalten WOW-Day (Waldorf-One-World-Day) finden an europäischen Schulen fantasievolle Spendenaktionen statt, um waldorfpädagogische Einrichtungen in ärmeren Ländern finanziell zu unterstützen. Die Freunde haben eine Abteilung Notfallpädagogik gegründet, die Betroffene in akuten Krisensituationen auf der ganzen Welt unterstützt.

Bei uns an der Schule sind die „Freunde der Erziehungskunst“ Träger des Bundesfreiwilligendienstes. 

G

Gartenbau

Von der 6. bis zur 8. Klasse lernen die Jugendlichen das Arbeiten mit der Erde und den Pflanzen kennen. Über den Garten entdecken die Schüler:innen die Erde, die Vegetation und den Jahreslauf. Mit allen Sinnen nehmen sie dort die Blumen, Nahrungspflanzen, Kräuter, Bäume, Insekten und Vögel ihrer Umwelt wahr. Einige Schulen haben zudem Bauernhoftiere, wie Esel, Schafe und Ziegen sowie Bienen. Die Schüler:innen lernen die Gartenarbeiten auszuführen, die der Jahreslauf erfordert: Erde- und Bodenvorbereitung, Säen, Pikieren, Pflanzen und Ernten, Bodenbearbeitung und Kompostierung. Später folgt der Obst-Baumschnitt und das Veredeln. Üblicherweise wird der Schulgarten biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Manche Schulen bieten bereits ab der 1. Klasse Projekte im Schulgarten an.

 

Gesamtausgabe Rudolf Steiners

Im Laufe seines Lebens publizierte Rudolf Steiner Bücher und Aufsätze, hielt über 6.000 Vorträge und erstellte etliche Skizzen und Entwürfe. In der Rudolf Steiner Gesamtausgage (GA) sind all diese Werke veröffentlicht worden.

 

Goetheanum

Das Gebäude in Dornach, nahe Basel, in der Schweiz, ist Sitz und Tagungsort der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Es wurde von Rudolf Steiner entworfen und von 1925 bis 1928 aus Sichtbeton erbaut. Benannt ist es nach dem von Rudolf Steiner verehrten Dichter und Universalgelehrten Johann Wolfgang von Goethe. Das Gebäude fällt durch seine außergewöhnliche Architektur auf und steht seit 1993 gemeinsam mit stilistisch ähnlichen Bauten in der näheren Umgebung unter Denkmalschutz.

H

 Hauptunterricht

Dies ist der erste tägliche Unterricht, der bis zur Oberstufe von der Klassenlehrkraft erteilt wird. Der Hauptunterricht teilt sich in drei Abschnitte. Der rhythmische Teil besteht aus Bewegung, Musik und / oder Rezitation und im Hauptteil wird die jeweilige Epoche unterrichtet. Zum Schluss folgt ein altersentsprechender Erzählteil.

 

Hausbauepoche

Im Rahmen des großen Themas der 3. Klasse Kennenlernen der Handwerkelernen die Kinder auch die Grundlagen des Hausbaus kennen. Je nach lokalen Möglichkeiten besuchen sie eine Baustelle, errichten gemeinsam ein richtiges Gebäude, beispielsweise eine Gartenhütte oder einen Pizzaofen oder sie bauen andere praktische Dinge auf oder rund um das Schulgelände. Zudem gaut oftmals jedes Kind ein Modellhaus in Form seines Traumhauses.

 

Heileurythmie

Dabei handelt es sich um eine Bewegungstherapie, die mit den Bewegungsgebärden der Eurythmie arbeitet. Für die Therapie werden sie so verändert und wiederholt, dass einzelne Sprachlaute oder Reihen von diesen mit der entsprechenden Gebärde unmittelbar heilend auf den menschlichen Organismus wirken sollen. Die Heileurythmie wird präventiv, aber auch bei akuten und chronischen Erkrankungen, eingesetzt. Manche Waldorfschulen haben Heileurythmist:innen angestellt, die mit den Schüler:innen, die Unterstützung durch diese Therapierform benötigen, im Rahmen des Schulunterrichts arbeiten.

 

Heilpädagogik

Die anthroposophisch orientierte Heilpädagogik wurde von Rudolf Steiner im Jahr 1924 angeregt. An der ersten Waldorfschule in Stuttgart etablierte Karl Schubert 1920 eine heilpädagogische Klasse. Die Arbeit mit den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf orientiert sich an deren Bedürfnissen, auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Ziel ist ein ganzheitlicher Ansatz von Lernen und Entwicklung. Die heilpädagogischen Schulen sind Mitglied im Anthropoi Bundesverband und im Bund der Freien Waldorfschulen.

I

Inklusionsgremium

Im Inklusionsgremium engagieren sich verschiedene Kolleg:innen gemeinsam mit unserer Förderlehrkraft für Schüler:innen mit Benachteiligungen. Sie unterstützen die Lehrkräfte und stehen für Fragen zur Verfügung. 

J

Jahresarbeit

Im Laufe eines Schuljahres entstehen, meist in der 8. oder 9. und 12. Klasse, sogenannte Jahresarbeiten. Die Schüler:innen setzen sich für mehrere Monate intensiv mit einem Thema auseinander. Üblicherweise einerseits praktisch-künstlerisch, andererseits theoretisch. Dafür suchen sie sich eine für ihre Arbeit passende Fachperson, die als Mentor:in das Projekt betreut. Zum Abschluss stellen alle Schüler:innen ihre Arbeit vor Publikum vor.

 

Jahreszeitentisch

Dies ist ein besonders gestalteter Platz, an dem die Jahreszeiten und die Feste im Jahreskreis dargestellt werden. Das kann ein Tisch sein oder ein Ort im Regal oder auf einer Fensterbank. Der Jahreszeitentisch hilft Kindern, sich mit dem Jahresverlauf, der Natur und den christlichen Festen zu verbinden. Sie lernen so den Rhythmus des Jahres kennen und verstehen. Sowohl in den einzelnen Klassenzimmern als auch an zentralen Orten in Waldorfschulen werden Jahreszeitentische aufgestellt.

 

Jahrsiebte

Einer der Gesichtspunkte zur Betrachtung der menschlichen Entwicklung ist der Rhythmus der sieben Jahre. Die ersten drei Jahrsiebte (von Geburt bis zum 22. Lebensjahr) sind dadurch geprägt, dass sich in die physische Leiblichkeit die Lebensorganisation, die Empfindungsorganisation und die Ich-Organisation nacheinander hereinarbeiten.

  • 0 bis 7 Jahre: Vom Säugling zum Schulkind
  • 7 bis 14 Jahre: Vom Schulkind zum Teenager
  • 14 bis 21 Jahre: Von der Pubertät bis zum jungen Erwachsenen
  • 21 bis 28 Jahre: Vom jungen Erwachsenen zum Erwachsenensein
  • 28 bis 35 Jahre: die Phase der Einsicht
  • 35 bis 42 Jahre: die Phase der Entfaltung
  • 42 bis 49 Jahre: die Phase der Einzigartigkeit
  • 49 bis 56 Jahre: die Phase der Übersicht
  • 56 – 63 Jahre: die Phase der Intuition
  • 63 bis 70 Jahre +: die Phase der Vorbereitung

 

Johanni

Der Johannitag am 24. Juni liegt im Kalender drei Tage nach der kürzesten Nacht des Jahres (21. Juni). Nach dem christlichen Glauben ist der Tag, der dem Heiligen Abend (24. Dezember) genau ein halbes Jahr vorausgeht, der Geburtstag von Johannes dem Täufer. In sprachlicher Verbindung stehen die Johannisbeere und das Johanniskraut, welche zu dieser Zeit ihre volle Reife, bzw. Blüte, erreichen. An einigen Waldorfschulen finden Johanni-Feiern statt.

K

Kinderbesprechung / Kinderkonferenz

Im Rahmen der Pädagogischen Konferenz oder einer Klassenkonferenz tauschen sich die Lehrkräfte einer Klasse, im Bedarfsfall intensiv über ihre Wahrnehmung zu einem Kind aus.

 

Klassenbetreuer:in

Die Klassenbetreuer:innen sind für die Leitung der Klasse in der Oberstufe verantwortlich, entsprechen als solche der Klassenlehrer:in der Unter- und Mittelstufe. Der Hauptunterricht der Oberstufe wird von den jeweiligen Fachlehrer:innen unterrichtet, sodass sich die Klasse und deren leitende Lehrer:in teilweise nur für zwei Fachstunden in der Woche treffen. Dadurch ist die Beziehung in der Regel weniger intensiv als in der Klassenlehrer:innen-Phase.

 

Klassenkonferenz

Alle Lehrkräfte einer Klasse tauschen sich über die Situation und den Bedarf einzelner Schüler:innen der jeweiligen Klasse aus.

 

Klassenlehrer:in

An vielen Waldorfschulen leitet eine Lehrkraft die Klasse von der 1. bis zur 8. Klasse, Bei uns ist die Klassenlehrkraft von der 1. bis 6. Klasse aktiv. Der Klassenlehrer:in leitet den allmorgendlichen Hauptunterricht und gibt die Entwicklungs- und Beziehungskontinuität für die Kinder und die Elternhäuser.

 

Klassenspiel

Abhängig von der Schule und den Lehrkräften arbeiten die Klassen ein Theaterstück aus. Bei uns wird aktuell in der 6., 8. (bzw. Beginn der 9. Klasse) und 12. Klasse ein Klassenspiel auf die Beine gestellt. Zur Aufführung kommen klassische oder moderne Stücke. Am Stück arbeitet in der Regel unsere Theaterpädagogin oder ein externe Regisseur:in mit. Das Stück kann musikalisch begleitet werden. Viel Wert wird darauf gelegt, dass die Schüler:innen neben dem Schauspielen auch alles andere, was nötig ist, selbst machen: Kulissen, Kostüme, Plakate und Werbung. Es gibt in der Regel schulinterne und öffentliche Vorstellungen. In den unteren Klassen werden sie dabei von den Eltern begleitet. 

 

Konferenzleitung

Die pädagogische Konferenz findet jeden Donnerstag von 14.15 – 17.30 Uhr statt. Diese wird von zwei Kolleg:innen vorbereitet, die in dieses Amt gewählt wurden. 

 

Kunstfahrt

An vielen Waldorfschulen findet zwischen der 10. und 12. Klasse, ergänzend zur Kunstbetrachtung im Unterricht, eine Klassenfahrt statt, bei der Kunstwerke im Original in Museen und durch Stadterkundungen besichtigt werden. Die Schüler:innen zeichnen einzelne Kunstwerke, Gebäude oder Landschaften und verfassen Tagesberichte.

 

L

Landesarbeitsgemeinschaft (LAG)

Die LAG ist die schulübergreifende Ansprechpartnerin und Auskunftsorgan der Waldorfschulen eines Bundeslandes – bei uns sind die Bundesländer Bremen und Niedersachsen zusammengefasst. Die LAG vertritt die Schulen gegenüber Regierung, Politik, Behörden, Verbänden, Presse und Öffentlichkeit in den Belangen, die alle Schulen eines Bundeslandes betreffen.

 

Landeselternrat

Aus der Elternvertretung jeder Waldorfschule können zwei Delegierte in den Landeselternrat (LER) entsandt werden, der Themen auf Landesebene berät und bearbeitet.

 

Landwirtschaftspraktikum

In der 9. Klasse sind die Schüler:innen für drei Wochen auf einem Bauernhof aktiv tätig. Dieser sollte idealerweise biologisch-dynamisch betrieben werden und auch Viehhaltung haben. Der Aufenthalt alleine weg von zuhause, die Verantwortung für Tiere, die körperliche Arbeit und die Nähe zur Erde entsprechen dem Entwicklungsschritt der Jugendlichen in diesem Alter.

 

Leier

An Waldorfschulen wird häufig die diatonisch gestimmte Leier gespielt, die einen ziemlich großen Tonumfang und kräftigen Klang besitzt. Ihr Klangkörper ist relativ abgeschlossenen. Dieses Instrument wurde auf Anregung von Rudolf Steiner, Edmund Pracht und Lothar Gärtner vor knapp einhundert Jahren entwickelt und seither weiterentwickelt. An manchen Waldorfschulen wird Leierunterricht angeboten.

 

M

 Melancholiker:in

Eines der vier Temperamente. Die Waldorfpädagogik regt an, dass die Temperamente als ein Gesichtspunkt der Kinderwahrnehmung insgesamt berücksichtigt wird. Allgemein werden dem melancholischen Temperament folgende Eigenschaften zugeschrieben: sensibel, weniger kontaktfreudig, Erlebnisse und Begegnungen wirken langzeitig nach.

 

Menschenkunde

Die von Rudolf Steiner entwickelte anthroposophische Geisteswissenschaft mit ihrem Menschenbild ist die Basis der Waldorfpädagogik. 1904 stellt Steiner seine Menschen erstmals in der Publikation Theosophie umfassend schriftlich dar. Sie umfasst anthropologische, (entwicklungs-) psychologische, physiologische und epistemologische Aspekte. Mensch und Welt werden als ein spiritueller Erkenntnishorizont begriffen.

 

Michaeli

Am 29. September ist Michaelstag, an dem des Erzengels gedacht wird, der den Drachen besiegte. Wir feiern Michaeli mit seiner tiefen Symbolik vom Sieg über die Kräfte der Finsternis in den verschiedenen Stufen als „Mutprobe“, in der die Kinder und Jugendlichen über sich hinaus wachsen sollen. 

 

Mittagsbetreuung

Lange vor der Einführung von Ganztagsangeboten inklusive Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und freiwilligen Arbeitsgruppen haben Waldorfschulen eine Betreuung nach Unterrichtsende angeboten. Bei uns werden die Schüler:innen der 1. bis 4. Klasse von 12.35 Uhr bis 14 Uhr in der Mittagsbetreuung betreut. Zwei pädagogische Mitarbeiterinnen kümmern sich intensiv um die Kinder und bieten wechselnde Bastelangebote an. Zudem wird von den Eltern im Rahmen ihrer Solidarstunden eine Pausenhofaufsicht gestellt, so dass die Kinder sich auf dem gesamten Pausenhof spielend bewegen können. 

Für die Mittagsbetreuung fällt ein Obulus an, der die pädagogischen Fachkräfte refinanziert.

 

Mittelstufe

Die Klassen 7 bis 9 gehören der Mittelstufe an. Um der geistigen Entwicklungsphase der Kinder zu entsprechen, sind Fächer wie Chemie, Gartenbau, Geometrie, Geschichte, Himmelskunde, Mineralogie und Physik besonders wichtig.

Die Mittelstufe wird bei uns von einem Klassenlehrer:in begleitet, der den Großteil der Epochen selbst unterrichtet. Jedoch werden hier auch schon Epochen durch die anderen beiden Mittelstufenklassenlehrer:innen übernommen, so dass ein sanfter Übergang zur Oberstufe entstehen kann. 

 

Molt, Emil

1876 in Schwäbisch Gmünd geboren, 1936 in Stuttgart gestorben. Emil Molt war Direktor der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik, Anhänger der Anthroposophie und ein Freund von Rudolf Steiner. 1919 gründete er die erste Schule, die auf anthroposophischer Grundlage besteht, für die Kinder seiner Mitarbeitenden. Aus seinem privaten Vermögen kaufte er das Café Uhlandshöhe in Stuttgart, welches als erstes Schulgebäude diente. Der Unterricht startete im September 1919 mit 256 Schüler:innen in acht Klassen.

  

Morgenspruch

Rudolf Steiner hat für die Unterstufe, die Mittel- und Oberstufe je einen sogenannten Morgenspruch geschaffen. Mit dem zu Beginn des Hauptunterrichts gemeinsam gesprochenen Text beginnt der Schultag.

 

Morgenspruch für die vier unteren Klassen

Der Sonne liebes Licht,
Es hellet mir den Tag;
Der Seele Geistesmacht,
Sie gibt den Gliedern Kraft;

Im Sonnen-Lichtes-Glanz
Verehre ich, o Gott
Die Menschenkraft, die Du
In meiner Seele mir
So gütig hast gepflanzt,
Dass ich kann arbeitsam
Und lernbegierig sein.

 

Morgenspruch für die Klassen 5-12

Ich schaue in die Welt;
In der die Sonne leuchtet,
In der die Sterne funkeln;
In der die Steine lagern,
Die Pflanzen lebend wachsen,
Die Tiere fühlend leben,
In der der Mensch beseelt
Dem Geiste Wohnung gibt;
Ich schaue in die Seele,
Die mir im Innern lebet.
Der Gottesgeist, er webt
Im Sonn‘- und Seelenlicht,
Im Weltenraum, da draußen,
In Seelentiefen drinnen. – 
Zu Dir, o Gottesgeist,
Will ich bittend mich wenden,
Dass Kraft und Segen mir
Zum Lernen und zur Arbeit
In meinem Innern wachse.

N
O

Oberstufe

Ab der 10. Klasse sind die Schüler:innen in der Oberstufe. Auch die Fächer des Hauptunterrichts werden in der Oberstufe von Fachlehrkräften erteilt, von denen eine/einer als Klassenbetreuer:in besondere Verantwortung für jeweils eine Klasse übernimmt, für allgemeine Anliegen der Schüler:innen zur Verfügung steht und Organisatorisches regelt.

 

Olympiade

In der 5. Klasse beschäftigen sich die Schüler:innen intensiv mit dem antiken Griechenland. Sie lernen Kunst und Architektur kennen und üben sich in den historischen olympischen Sportarten. Daher findet an vielen Waldorfschulen eine Olympiade mit den fünf Disziplinen statt: Diskuswerfen, Laufen, Ringen, Weitsprung und Weitwurf. Wir begehen die Olympiade mit den Waldorfschulen aus Bremen und Cuxhaven, so dass ein großes olympisches Fest entsteht, bei dem nicht nur der Sport, sondern auch die Begegnung im Mittelpunkt stehen. Die Olympiade wird reihum bei den Waldorfschulen Bremen Touler Straße, Bremen-Osterholz, Bremen-Nord, Cuxhaven und in der Lindenstraße ausgetragen.  

P

Pädagogische Forschungsstelle (PäFo)

Die Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen koordiniert, initiiert und begleitet zahlreiche Forschungsprojekte, die die Waldorfpädagogik methodisch und inhaltlich weiterentwickeln, in den pädagogischen und didaktischen Diskurs stellen sollen und zudem neue Lehrmittel entwickelt. Die PäFo hat ihren Sitz ebenso wie der Bund der Freien Waldorfschulen in Stuttgart und einen weiteren Standort in Kassel.

 

Pädagogische Konferenz

In dieser Konferenz berät das Lehrer:innenkollegium pädagogische Themen. Diese können Fortbildungscharakter haben und sich mit den Grundlagen der Waldorfpädagogik beschäftigen oder konkrete Anliegen des Alltags aufgreifen, bis hin zur Beratung über einzelne Schüler:innen. Die pädagogische Konferenz teilt sich bei uns in zwei Teile auf: 14tägig wechseln sich inhaltliche und Stufenkonferenz ab. Danach findet jede Woche die Technische Konferenz ab ca. 16.15 Uhr statt, in der organisatorische Themen besprochen werden. In der inhaltlichen Konferenz findet zum einen ein Mal pro Monat eine Schulentwicklungskonferenz statt, in der wir uns mit der Weiterentwicklung der Schule beschäftigen. Das zweite Mal im Monat werden hier inhaltliche Themen aus der Waldorfpädagogik oder dem Schulalltag von einem Kollegen/ einer Kollegin eingebracht und mit allen bearbeitet. 

In den Stufenkonferenzen treffen sich die Kollegien der einzelnen Stufen, um spezifische organisatorische und inhaltliche Aspekte zu besprechen. 

 

Pentatonik

Das aus fünf verschiedenen Tönen bestehende Tonsystem wird als Fünfton-Musik oder Pentatonik bezeichnet. Viele bekannte Kinderlieder basieren darauf. In der Waldorfpädagogik werden im Kindergarten und den anfänglichen Schuljahren häufig pentatonische Lieder und Instrumente eingesetzt.

 

Pentatonische Flöte

Das gemeinsame Flötenspiel ist an der Waldorfschule üblicherweise fester Bestandteil des Unterrichts ab der ersten Klasse. Pentatonische Flöten unterstützen in den ersten Schuljahren das harmonische Zusammenspiel.

 

Personalgremium

Das Personalgremium beschäftigt sich mit den beiden großen Bereichen Personalgewinnung und Begleitung unseres pädagogischen Personals. Es besteht aktuell aus drei Kolleg:innen. 

 

Phlegmatiker:in

Eines der vier Temperamente. Die Waldorfpädagogik regt an, dass die Temperamente als ein Gesichtspunkt der Kinderwahrnehmung insgesamt berücksichtigt wird. Allgemein werden dem phlegmatischen Temperament folgende Eigenschaften zugeschrieben: geduldig und treu, liebt Gewohnheiten und ist beim Arbeiten sehr genau. 

 

Plastizieren

Dies ist ein Begriff für das plastische Gestalten im Kunstunterricht. Dabei werden unterschiedliche Materialien wie Ton, Lehm, Wachs oder Plastilin genutzt.

 

Präsentation – bei uns: Lernfest

Früher waren monatliche Schulfeiern üblich, heute finden sie an den meisten Schulen seltener statt, weswegen sie bei uns nicht mehr Monatsfeiern, sondern Präsentationen heißen. Hierfür kommt die Schulgemeinschaft in der Turnhalle und dem Atelier zusammen, wo die Klassen auf der Bühne zeigen, was sie in der letzten Zeit gelernt haben. Ähnlich wie bei den Theateraufführungen gibt es in der Regel eine interne, ausschließlich für Schüler:innen und Lehrkräfte, sowie eine öffentliche Schulfeier, zu der Eltern und Interessierte mit eingeladen sind. Die Klassen oder einzelne Gruppen führen Rezitationen, Vorspiele (auch aus dem Fremdsprachenunterricht), musikalische Darbietungen oder Eurythmie auf. Die jüngeren Schüler:innen bekommen so einen Eindruck, was sie in Zukunft lernen werden und die Großen schauen häufig verzückt auf die Kleinen. Nach der Aufführung können sich Eltern und Interessierte einen Eindruck in den Klassen verschaffen, in denen entweder „lebendiger Unterricht“, eine Ausstellung oder Vorträge der Schüler:innen stattfinden. Zudem verkauft eine Klasse Kaffee und Kuchen, so dass die Eltern in einen gemeinsamen Austausch kommen können. 

Präsentationen sind eine gute Gelegenheit, eine Schule über alle Klassenstufen hinweg kennenzulernen.

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Ranzenpost

Schulinterne Mitteilungen werden durch diese Kommunikation allen Elternhäusern regelmäßig zugestellt, früher in der Regel wöchentlich von den Kindern als sogenannte Ranzenpost nachhause gebracht. Bei uns kommen postalische Informationen entweder per Ranzenpost oder per E-Mail.

 

Rhythmischer Teil

Fester Bestandteil des täglichen Hauptunterrichts ist der rhythmische Teil, in dem der Altersstufe entsprechend Fingerspiele, Rezitationen, gemeinsames Singen und Musizieren, Body Percussion, Fadenspiele, Tänze und ähnliches eingeübt werden.

 

Rollmäppchen

Diese besondere Art des Federmäppchens gehört zur Grundausstattung aller Waldorfschüler:innen. Darin werden die Wachsmalblöcke und -stifte sicher verstaut und transportiert.

 

Rubikon

Um das 10. Lebensjahr sind Kinder in einer Entwicklungsphase, die Rudolf Steiner als den Rubikon der kindlichen Entwicklung bezeichnete. Der Begriff verweist auf die Parallele zu Caesars Überschreiten des Flusses Rubikon und die Bedeutung einer Handlung, nach der es kein Zurück mehr gibt — die Kinder lassen einen Teil der Kindheit hinter sich; sie wirken ernster, in sich gekehrter, sie überprüfen Regeln und zweifeln Normen an. Der Unterricht an der Waldorfschule wird diesem Umbruch in der Entwicklung unter anderem damit gerecht, dass die Kinder die alten Handwerke intensiv kennenlernen, beispielsweise durch die Hausbauepoche. Auch das Bruchrechnen wird an den Waldorfschulen passenderweise in dieser sensiblen Phase der kindlichen Entwicklung eingeführt.

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Salutogense

In der anthroposophischen Medizin und der Waldorfpädagogik wird der Gesunderhaltung große Bedeutung beigemessen. So soll der Aufbau des Lehrplans der natürlichen Entwicklung des Menschen entsprechen. Vater des Konzepts, der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit, ist Aaron Antonovsky (1923–1994).

 

Sanguiniker:in

Eines der vier Temperamente. Die Waldorfpädagogik regt an, dass die Temperamente als ein Gesichtspunkt der Kinderwahrnehmung insgesamt berücksichtigt wird. Allgemein werden dem sanguinischen Temperament folgende Eigenschaften zugeschrieben: offen und interessiert an Neuem, kommuniziert gern und kontaktfreudig. So bewegen sich sanguinische Kinder viel, in der Schule sind sie oft beliebt.

 

Schulforum

Im Schulforum treffen sich ein Mal pro Monat Eltern und Lehrer:innen, um sich über aktuelle Themen aus den Klassen, sowie besondere pädagogische Aktionen und Fragestellungen auszutauschen. 

 

Schulführungskonferenz

Die Schulführungskonferenz (SFK) besteht aus 2 bis 3 Lehrkräften, 2 Elternteilen und der Geschäftsführung. Sie kümmert sich um alle Belange aus dem pädagogischen und organisatorischen Schulalltag, ist mit Eltern und Lehrenden in Kontakt und interveniert bei Konflikten. Als „Helikopter“ hat sie das Allgemeinwohl des Schulorganismus im Blick. Die SFK tagt wöchentlich und ist in engem Austausch mit dem Vorstand und dem Personalgremium. 

 

Schulreife

Ausgehend vom individuellen Kind entscheiden Eltern, Schularzt bzw. -ärztin und Lehrkräfte des Aufnahmegremiums gemeinsam über den Entwicklungsstand des Kindes. Teilweise werden auch Erzieher:innen des Kindergartens hinzugezogen. Kriterien, an denen sich die Schulreife erkennen lässt, sind:

  • Gestaltwandel: Das Kind ist in seinen Proportionen und Gesichtszügen nicht mehr Kleinkind. Die S-Krümmung der Wirbelsäule, die Taille sowie die Gelenke an den Armen und Beinen sind deutlich erkennbar.
  • Zahnwechsel: Bis zu der Formung der Zahnschmelzkronen der bleibenden Zähne werden die dafür nötigen Kräfte für den Körperaufbau der Kinder benötigt. Erst mit dem Freiwerden dieser Kräfte haben die Kinder, den geistigen Biss und können das in der Schule gelernte auch noch zu Hause erinnern.
  • Motorische Entwicklung: Die differenzierte Feinmotorik ist entwickelt, einzelne Körperteile können getrennt voneinander geführt werden.

 

Schulsozialarbeit

An der FWSL arbeitet eine Schulsozialarbeiterin, die sich um die Belange der Schüler:innen kümmert, mit Lehrkräften und Eltern ins Gespräch geht.  

 

Schutzkonzept

Das Schutzkonzept dient dem Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch und umfasst präventive Maßnahmen sowie klare Handlungsanweisungen für alle Beteiligten. Bei uns arbeitet daran stetig eine Gruppe von Lehrkräften und Eltern, die sich mit Aktualisierungen, Änderungen und Anpassungen beschäftigt. 

 

Seelenkalender

1912 publizierte Rudolf Steiner einen Spruch für jede der 52 Wochen des Jahres, beginnend mit der Woche nach Ostern. In den Sprüchen wird das Erleben der Jahreszeiten in der Natur mit der Seelentätigkeit des Menschen in Verbindung gebracht, woran Selbsterkenntnis geschult werden kann. An vielen Waldorfschulen wird zu Beginn der Arbeitstreffen der Gremien aus dem Seelenkalender der jeweilige Wochenspruch rezitiert.

 

Selbstverwaltung

Waldorfschulen haben üblicherweise keine Schuldirektor:in, sondern werden durch das Kollektiv aller Mitarbeitenden selbst geleitet. Rudolf Steiners Begründung hierfür hat bis heute Gültigkeit: Wer die Initiative ergreift, ist auch für deren Folgen verantwortlich … Selbstgestaltung und -verwaltung ist die Form schlechthin, in der mündige Menschen ihr eigenes Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen ordnen.

 

Sozialpraktikum

In der Schule 11. Klasse machen die Schüler:innen ein mehrwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung wie einem Altenheim, einer Justizvollzugsanstalt, einem Krankenhaus oder Kindergarten. Hintergrund ist die Überlegung, dass die Jugendlichen in diesem Alter die Reife haben, sich in andere Menschen hineinzufühlen und für diese Verantwortung zu übernehmen. Sie erleben, wie intensiv sich die Hinwendung zu anderen vormalig fremden Menschen anfühlen kann und erkennen sich als Teil eines sozialen Ganzen und entwickeln so zunehmend mehr Bewusstsein für soziale Prozesse.

 

Steiner, Rudolf

1861 in Nieder-Kraliewitz, damals Österreich-Ungarn, geboren, 1925 in Dornach, Schweiz gestorben. Rudolf Steiner war der Begründer der Anthroposophie, auf deren Grundlage die Waldorfpädagogik basiert. Gemeinsam mit Emil Molt gründete er die erste Waldorfschule in Stuttgart. Weitere Betätigungsfelder von Steiner, in denen er maßgeblich Neues geschaffen hat, waren Architektur, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Religion, Eurythmie und Medizin. Steiner publizierte zahlreiche Bücher und hielt sehr viele Vorträge, die alle mitstenografiert wurden. Deren Nachschriften sind in der 354-bändigen Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA) zusammengefasst.

 

Stufenkonferenz

Die Klassen- und Fachlehrer:innen der Unter-, Mittel-, bzw. Oberstufe besprechen bei Bedarf klassenübergreifende und klassenstufenspezifische Themen.

 

Stuttgarter Erklärung

Die Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen verabschiedete 2007 in Stuttgart eine Erklärung aller Waldorfschulen gegen Diskriminierung. Hierin heißt es: Die Freien Waldorfschulen leisten bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe im Geiste der Menschenrechte einen Beitrag für eine Gesellschaft, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen beruht. … Die Freien Waldorfschulen verwahren sich ausdrücklich gegen jede rassistische Vereinnahmung ihrer Pädagogik und von Rudolf Steiners Werk.

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Tafelbild

Wichtiger Bestandteil des Hauptunterrichts der Unter- und Mittelstufe ist das Tafelbild. Es wird von der Klassenlehrer:in gestaltet und ist Teil der Lernumgebung der Kinder. Die Tafel wird nach dem Prinzip eines Buches benutzt: Die Titelseite ist mit einem ansprechenden Bild geschmückt und regt die Sinne und das Fühlen an. Wenn man die Seiten aufklappt, folgt das Geschriebene, das zum Lernteil gehört und das Denken anregt. Die Tafel ist ein bewusst eingesetztes Arbeitsmittel. Alle Lehrkräfte, nicht nur die Klassenlehrer:in, gehen unterrichtsgestaltend mit ihr um.

 

Technische Konferenz

Im Rahmen dieser Konferenz werden organisatorische Themen, die den Schulalltag betreffen, besprochen. Beispiele sind Raumbelegungen, Vertretungen, Schulbefreiungen oder Schulfeste.

 

Temperamentenlehre

Jeder Mensch ist anders. Der eine ist aufbrausend, der andere zurückhaltend, der eine extrovertiert, der andere schüchtern. In der Temperamentenlehre, die auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgeht, werden vier Gemütslagen des Menschen unterschieden: cholerisch, melancholisch, phlegmatisch, sanguinisch. Rudolf Steiner hat die Temperamentenlehre als Element der Pädagogik entwickelt. Die Identifikation des jeweiligen Temperaments, wovon auch mehrere in einem Menschen in unterschiedlich starker Gewichtung vorhanden sein können, unterstützt die Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern, um auf ihre individuellen Bedürfnisse besser eingehen zu können. 

 Eine kleine Geschichte zu den Temperamenten: 

Die vier Temperamente und der Stein im Weg

Leicht springt über den Stein der Sanguiniker, keck und mit Anmut,
stolpert er trotzdem darob, macht er sich wenig daraus.

Grimmig stößt ihn beiseit’ des Cholerikers kräftiger Fußtritt,
und sein funkelndes Aug’ freut sich des guten Erfolgs.

Kommt das Phlegma daher, so hemmt es gemäßigt die Schritte:
Gehst du mir nicht aus dem Weg, gehe ich eben herum.

Aber grübelnd vor ihm bleibt der Melancholiker stehen,
unzufried’nen Gesichts über sein ewiges Pech.

— Heinrich Peitmann —

U

Unterstufe

Bei uns werden die Klassen 1 bis 6 als Unterstufe bezeichnet. Die Kinder lernen Rechnen, Schreiben und vieles mehr von ihrer Klassenlehrer:in und haben zudem Fachunterrichte, wie Fremdsprachen und Musik, bei den jeweiligen Fachkolleg:innen.

V

Vorstand

Der Schulverein der Freien Waldorfschule Lindenstraße Osterholz-Scharmbeck e.V. wird von einem vier- bis fünfköpfigen Vorstand rechtlich vertreten. Die Geschäftsführerin ist dem Vorstand kooptiert. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung gewählt und besteht aus Lehrkräften und Eltern. Der Vorstand trifft sich alle 14 Tage und beschäftigt sich mit wirtschaftlichen und personellen Belangen der Schule. Die Arbeits- und Schulverträge werden sämtlich vom Vorstand unterzeichnet. 

W

Wachsmalblöcke

Durch ihre Größe und flächige Form sind sie besonders für Kinder geeignet, da sie fest und sicher in der Hand liegen. Mit den Blöckchen werden farbige Flächen gut gemalt und interessante Effekte erzielt, beispielsweise durch wellenförmiges ziehen mit der Längskante. Im Rollmäppchen werden die Wachsmalblöcke verstaut.

 

Waldorfabschluss

An unserer Schule erarbeiten sich die Schüler:innen ihren Waldorfabschluss im Rahmen eines Portfolios. In dieser Zusammenstellung werden Praktikumszeugnisse und -berichte ab der Oberstufe gesammelt. Zudem finden Beurteilungen und Reflexionen über die wichtigen Fahrten und Projekte der 12. Klasse Einfluss: die Kunstfahrt, das Klassenspiel und der Eurythmieabschluss sind wichtige Teile des Waldorfabschlusses. 

 

Waldorf-Stiftung

Die Stiftung wurde 2001 vom Bund der Freien Waldorfschulen gegründet mit dem Ziel erneuernde Initiativen der Waldorfschulbewegung und der -pädagogik zu fördern. Sie soll Fördermittel für Initiativen zu einer menschengemäßen Erziehung und Bildung einwerben und bereitstellen.

 

Waldorflehrer:in

Wie die Vielzahl der Stellenanzeigen in der Erziehungskunst deutlich zeigen, handelt es sich um eine sehr begehrte Spezies von Expert:innen, die Kinder und Jugendliche an Waldorfschulen unterrichten. An vielen Schulen unterrichten auch solche Lehrkräfte, die nicht eine spezielle Waldorflehrer:innenausbildung gemacht haben. Sie haben aber in der Regel die Waldorfpädagogik in Fortbildungen gelernt.

 

WaldorfSV

Bundesschüler:innen-Rat der Freien Waldorfschulen, der sich regelmäßig zum gemeinsamen Austausch an immer wechselnden Orten in der Bundesrepublik trifft.

  

Weihnachtsspiel

Wie in anderen Waldorfschulen das Christgeburtsspiel und Oberuferer Weihnachtsspiel Tradition ist, gibt es bei uns das Weihnachtsspiel, das die 3. Klasse für die Schulgemeinschaft am vorletzten Tag vor den Weihnachtsferien aufführt. Dabei wird die Weihnachtsgeschichte gespielt und von einem Chor der 4. Klasse begleitet. 

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Zeugnis

In der Waldorfschule gibt es bis zur 11. Klasse ausschließlich Textzeugnisse. Jede Lehrkraft berichtet über den Inhalt des Faches und die Entwicklung des Kindes in seinem/ihren Fach. 

Ab der 11. Klasse gibt es zudem eine Leistungsbeurteilung in Form von Noten.

 

Zeugnisspruch

Mit dem ersten Zeugnis am Ende des ersten Schuljahres bekommt das Kind jedes Jahr in der Unter- und Mittelstufe einen Zeugnisspruch von seiner Lehrkraft, den er oder sie individuell für dieses Kind ausgesucht oder selbst verfasst hat. Dieser Spruch begleitet das Kind im folgenden Schuljahr, er soll ihm Ansporn, Ermutigung oder Wegweiser sein. Er wird von dem jeweiligen Kind jede Woche meist an dem Wochentag, an dem es geboren wurde, vor der ganzen Klasse aufgesagt. So steht jedes Kind einmal in der Woche im Mittelpunkt der Klasse, wird von den anderen wahrgenommen und lernt, ganz selbstverständlich allein vor der Klasse zu sprechen.

 

Zwölftklassstück

Zum Ende der Waldorfschulzeit führt die Klasse ein Theaterstück auf. Weitere Details siehe unter Klassenspiel.

Öffnungszeiten

Montag-Donnerstag:
8.00 – 12:30 Uhr

Adresse

Lindenstrasse 55
27711 Osterholz-Scharmbeck

E-Mail

schulbuero@fwsl-ohz.de

Telefon

04791/ 9652325